Chaoten auf Tour

Unser Camping-Trip zu vier

Zwei Wochen lang sind wir mit dem Wohnmobil durch Deutschland, Österreich und die Schweiz getourt. Erfahrt alles über unsere verrückte Route, die besten Geheim-Tipps und Must-Haves.

Ihr wolltet schon immer mal mit dem Camper durch Europa düsen, wisst aber nicht, wo ihr bei der Planung anfangen sollt? Dann hoffe ich, dass ihr in diesem Blogbeitrag ein paar Ideen findet, denn wir waren in diesem Sommer zwei Wochen mit einem gemieteten Wohnmobil unterwegs. Dafür haben wir die beste Crew der Welt zusammen getrommelt. @Timmy und @ich waren gemeinsam mit unseren Freunden @lisamarie_schiffner und @moritz_doerflinger unterwegs!


Los geht’s in Köln

Wir haben uns für das Wohnmobil Bürstner Ixeo 710 entschieden, in dem wir vier genug Platz gefunden haben. Die Übergabe lief absolut reibungslos, aber wie immer, wenn ihr ein Auto mietet, solltet ihr bei der Übergabe alle Dellen und Kratzer mit dem Vermieter abklären und am besten auch Fotos machen, damit ihr hinterher nicht rumdiskutieren müsst. Wenn es euer erster Trip mit einem Wohnmobil ist, lasst euch in Ruhe erklären, wie alles funktioniert. Strom, Wasser und Abwasser, Badezimmer, Herd – das alles funktioniert etwas anders, als man es von zu Hause gewöhnt ist. Aber keine Sorge, das ist kein Hexenwerk! Über den Führerschein müsst ihr euch auch keine Gedanken machen, der Pkw-Schein reicht für ein normalgroßes Wohnmobil bis 3,5 Tonnen aus.

Dann hieß es für uns: auf nach Hause, das große Packen konnte losgehen. Wie immer steht man vor der Frage: Was nehme ich mit? Plant eure Outfits vorher gut durch. Wir fanden den Stauraum im Van zwar absolut ausreichend, aber halt schon begrenzt. Außerdem müsst ihr in vielen Vans auch noch an Geschirr, Verpflegung und all sowas denken. Verstaut alles sicher, damit beim Fahren (und vor allem beim Bremsen) nichts durch die Gegend fliegt!
Alle angeschnallt? Dann kann es losgehen!


Pfälzer Wald/Altschlossfelsen

Unser erster Stopp war der „deutsche Grand Canyon“, der Altschlossfelsen im Pfälzer Wald. Diese Felsformationen sehen so beeindruckend aus und haben sich als perfekte Foto Location entpuppt. Dementsprechend beliebt ist der Spot auch, also am besten außerhalb der Stoßzeiten hier vorbeischauen. Wir waren mittags vor Ort und es war angenehm leer und nicht zu überlaufen. Der Weg vom direkten Parkplatz dauert zu Fuß ca. 20 Minuten.

Abends hatten wir schon das erste Problem: wir haben ewig keinen freien Campingplatz gefunden, weil fast alle entweder voll oder bereits geschlossen waren. Dank Corona, Ferienzeit und unserer Spontaneität mussten wir auch in den kommenden Tagen immer wieder mehrere Plätze durchtelefonieren, bis wir irgendwo untergekommen sind. Deswegen mein Tipp: Campingplatz-Infos wie Öffnungszeiten immer gut durchlesen und am besten vorher reservieren. Wir haben unsere Plätze für den Abend einfach morgens immer über die Karten App gesucht. Ganz einfach in der Suchleiste nach Campingplätzen Ausschau gehalten. Stellplätze / Campingplätze findet ihr auch in Apps wie: park4night.com oder campercontact

By the Way: Vielleicht kann sich der ein oder andere noch erinnern, dass ich in der ersten Nacht wie ein aufgeschrecktes Reh hellwach im Bett saß. Lisa und ich sind nämlich mitten in der Nacht von Geräuschen wach geworden und waren uns ziemlich sicher, dass jemand an unserem Camper war und versucht hat die Tür aufzubekommen. Wir haben direkt das Licht angemacht, laut geredet und danach war einfach Ruhe. Wir wissen bis heute nicht was es war. Aber danach hab ich erstmal kein Auge mehr zugemacht! Das war die erste und einzige Nacht in der wir auf einem Parkplatz gestanden haben. Die darauffolgenden Nächte waren wir immer auf Campingplätzen und haben uns dort einfach sicherer gefühlt.


Hintersee/Berchtesgaden

Dann machten wir uns auf in Richtung Hintersee und Berchtesgaden, also ganz im Süden von Bayern, nah an der Grenze zu Österreich. Hier stellten wir hin und wieder fest, dass die Internetverbindung nicht mehr ganz so zuverlässig war. Gebt eure Navigation also am besten vor der Abfahrt ein oder ladet euch die Route im Vorhinein offline herunter. Außerdem solltet ihr vor einer Grenzüberquerung schauen, ob ihr auf Mautstraßen unterwegs seid, und gegebenenfalls Bargeld in Landeswährung dabeihaben.


Hallstatt

Dann ging’s für uns weiter ins wunderschöne Hallstatt, wo wir uns ein bisschen Sightseeing, ein Bootsfahrt auf dem Hallstätter See und eine Schaumrolle gegönnt haben. Super lecker! Kennt ihr Schaumrollen oder habt schon mal welche probiert?
Wusstest ihr, dass es Hallstatt gleich zweimal gibt? Das kleine idyllische Dörf mit den wunderschönen bunten Häuschen, wurde nämlich in China haargenau so nachgebaut.
Inzwischen haben wir im Camper ein bisschen Routine entwickelt. Mehr als zwei Leute können sich nicht auf einmal darin bewegen, also heißt es immer: schön nacheinander und der Rest bleibt brav sitzen, bis die anderen fertig sind.


Altaussee - Loserberg

Am frühen Morgen machten wir uns auf den Weg zum Loserberg (Maut: 6€). Der Sonnenaufgang über dem Altaussee war atemberaubend und wir konnten tolle Fotos schießen. Da ist auch mein aktuelles Lieblingsbild entstanden! Besonderes Highlight im Anschluss: Lisas Großeltern zauberten uns originale Palatschinken zum Frühstück. Besser kann ein Tag nicht starten! Text


Aqua Dome - Krimmler Wasserfälle

Dann überraschte uns das schlechte Wetter. Norden, Osten, Süden, Westen – weiterfahren war keine Option, überall regnete es. Alternativen mussten also her. Wir entschieden uns für den Aqua Dome (Eintritt: 40€). Solche Schlecht-Wetter-Alternativen sind Gold wert, denn zu viert wird es an einem langen Tag im Camper doch irgendwann echt eng. Später besuchten wir noch die Krimmler Wasserfälle (Eintritt: 2€). Wetterfeste Kleidung ist bei dem Naturspektakel ein Muss, denn man wird egal ob Regen oder Sonnenschein nass umso näher man an den Wasserfall kommt. Drei Mal dürft ihr raten wer seine Regenjacke vergessen hatte – Jap… Timmy und ich.


Crestasee

Eigentlich wollten wir noch ein paar Tage länger in Österreich bleiben, haben uns aber wegen des schlechten Wetters entschieden, dass es für uns weiter Richtung Schweiz geht!
In der Schweiz hatten wir das perfekte pandant zu Österreich. Es war super sonnig und warm daher verschlug es uns zu einem wunderschönen Badesee - dem Crestasee (Eintritt: 3€). Der frühe Vogel fängt den Wurm! So lautet auch hier wieder die Devise. Es gibt mehrere Parkplätze aber auch diese sind bei heißen Tagen sehr schnell sehr voll. Den Rest des Weges lässt sich nur zu Fuß erreichen. Ca. 45 Minuten sind wir gelaufen vorbei an wunderschönen Landschaften!

Man sollte sich im Klaren sein, dass die Schweiz im Vergleich zu Deutschland und Österreich merklich teurer ist. Außerdem nicht vergessen: die Währung sind Schweizer Franken. Am besten besorgt ihr euch vor der Abfahrt ein bisschen Bargeld in der Landeswährung, auch wenn man heutzutage fast überall mit der Kreditkarte zahlen kann.


Furkapass - Eisgrotte

Der Furkapass ist die schönste Strecke die wir auf unserer Tour gefahren sind! Ca. 1 Stunde ging es für uns über die höchsten aber schönsten Berge der Schweiz. Alleine das durchfahren lohnt sich absolut. Immer wieder gibt es kleine Haltebuchten um auszusteigen und die Aussicht zu genießen. Einfach Wahnsinn! Mit unserem recht modernen Wohnmobil war die Strecke kein Problem. Ich würde diese Strecke aber nur erfahrenen Fahrern zutrauen, da es sehr viele steile und enge Kurven gibt.
Und irgendwann gelangt man an einen ganz besonderen Spot: das alte Hotel Belvedere!

Direkt gegenüber des verlassenen Hotels auf dem Furkapass befindet sich der Rhône Gletscher. Eine wunderschöne Eishöhle (Eintritt: 9€) die vermutlich leider nicht mehr all zu lang existieren wird. Denn die Gletscher dieser Welt schmelzen immer schneller… Bringt hier auf jeden Fall feste Schuhe und eine Regenjacke mit!


Seiser Alm - Dolomiten

Ciao Italia! Wir reisen weiter zur Seiser Alm in den Dolomiten … die Kulisse ist der absolute Wahnsinn und wir halten den unvergesslichen Moment für immer fest. Wer gern wandert, wird hier fündig. Es gibt zahlreiche Wanderwege, auf denen ihr euch austoben könnt. Achtet darauf, dass ihr immer eine volle Powerbank dabeihabt. Wenn’s eine Nacht lang mal mit dem Strom nicht klappt, habt ihr sonst ein echtes Problem.

Wer die Dolomiten von der Seiser Alm betrachten möchte hat zwei Optionen:
Seilbahn: z.B. von St. Ulrich – bis zur Seiser Alm ab 8.30 – 18 Uhr.
Auto: Die Straße zur Seiser Alm ist NUR von 17 Uhr abends bis 9 Uhr morgens für Autos befahrbar! Es gibt einen großen Parkplatz wo geparkt werden kann.
Ab hier geht es dann nur noch zu Fuß weiter außer man hat eine spezielle Befugnis weiterzufahren z.B. wenn man in einem Hotel vor Ort übernachtet.
Ansonsten gibt es nach dem Parkplatz keine weitern Parkmöglichkeiten.
Wer genug Zeit mitbringt kann mit der Seilbahn noch weiter nach Seceda fahren. Die Aussicht ist der Wahnsinn! Für mich einer der schönsten Orte unseres Trips!


Pragser Wildsee

Ganz früh geht es für uns weiter zum Pragser Wildsee. Für dieses ganz besondere Highlight lohnt es sich, extra früh loszufahren. Bestenfalls um halb 8 schon da sein, wenn ihr euch ein Boot mieten (30€) möchtet. Die Gegend ist verständlicherweise sehr beliebt bei Touristen und wird im Laufe des Tages dementsprechend voll. Wir passen die Touristenmengen gerade so ab und genießen die Ruhe. Auf dem Boot ist man für sich und kann den See in aller Ruhe genießen. Vor Ort sieht einfach alles aus wie ein riesiges, wunderschönes Gemälde. Dieses Örtchen ist einfach nur magisch!
Wer Fotos auf dem berühmten Steg machen möchte MUSS ein Boot mieten um überhaupt auf den Steg zu kommen. Wir waren ca. drei bis vier Stunden unterwegs und haben am Ende tatsächlich 30 € Parkplatz Gebühren bezahlt. Wucher!


Olpererhütte / Hängebrücke 

Die Olpererhütte und die dazugehörige Hängebrücke waren der krönende Abschluss unserer Reise. Die Wanderung ist wirklich nicht ohne und man sollte auf jeden Fall festes Schuhwerk, passende Kleidung und eine Jacke anhaben, denn es wird kalt. Es geht 600 Höhenmeter über Felsbrocken hoch hinaus und es gibt kaum gerade Strecken! Wir haben für den Aufstieg ca. 1:45 Stunden und für den Abstieg 1:30 Stunden gebraucht. Meines Erachtens ist der Weg nichts für Kinder und sollte nur von erfahrenen Wanderern bewandert werden.


Kosten

Ganz viele wollten wissen, was wir für die Reise bezahlt haben. Man denkt ja immer, dass Campen viel günstiger wäre, aber ganz so einfach ist es auch nicht. Vor allem dieses Jahr sind die Preise wohl noch etwas mehr in die Höhe geklettert, weil so viele Leute auf Fernreisen verzichtet und lieber die eigene Heimat erkundet haben.

Für den 4er-Camper haben wir für 16 Tage 2.600 € gezahlt. Wenn ihr frühzeitig bucht und außerhalb der Hauptferienzeit fahren könnt, geht das aber sicher noch günstiger. Wenn ihr mehr Komfort wollt, geht das auch teurer. Dazu kommen dann noch die Kosten für die Campingplätze. Die Preise können extrem variieren, insgesamt sind wir bei 335 € gelandet. Wenn ihr nicht gerade die Plätze neben den größten Touri-Attraktionen wählt, könnt ihr hier auch sparen.
Dazu kommen natürlich noch Sachen wie Lebensmittel und Tanken, Eintrittsgebühren etc. Insgesamt lagen unsere Nebenkosten bei 450 € pro Person.

Übrigens: Natürlich sind Wohnmobile ziemlich auffällig und deswegen eine richtige Einladung für „Langfinger“. Schließt also immer gut ab und nehmt am besten alle wichtigen Wertgegenstände mit, wenn ihr länger unterwegs seid.


Fazit

Ich vermisse unsere Crew jetzt schon. Das war einer der schönsten Urlaube, die ich jemals erlebt habe. Unser Vierer-Team hat super funktioniert, wir hatten abends lange und tiefe Gespräche und haben die Zeit in der Natur einfach nur genossen. Ich spiele ja schon seit einigen Jahren wirklich mit dem Gedanken, irgendwann selbst einen Van zu kaufen und umzubauen. Schauen wir mal – Vanlife for life!

Falls ihr noch mehr über unseren Trip wissen wollt, dann schaut doch mal auf YouTube vorbei:

Ciao Kakao

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